Hades

. H. ist der Bereich der Toten (Tod) unter der Erde (s.a. Hölle) oder am Ende der Welt, wo die Sonne nicht hingelangt, also Lebenslicht und -lust »ohne Sehen« (α᾿ι´δης/a-ídēs, aspiriert nur im Attischen ᾳ῞δης/hadēs) dahindämmern. Vom Seelengeleiter Hermes geleitet, trennt die Toten von den Lebenden...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. VerfasserIn: Auffarth, C. (Verfasst von)
Medienart: Elektronisch Lexikonartikel
Sprache:Deutsch
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Veröffentlicht: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Jahr: 2015
Online-Zugang: Volltext (lizenzpflichtig)
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Beschreibung
Zusammenfassung:. H. ist der Bereich der Toten (Tod) unter der Erde (s.a. Hölle) oder am Ende der Welt, wo die Sonne nicht hingelangt, also Lebenslicht und -lust »ohne Sehen« (α᾿ι´δης/a-ídēs, aspiriert nur im Attischen ᾳ῞δης/hadēs) dahindämmern. Vom Seelengeleiter Hermes geleitet, trennt die Toten von den Lebenden der Erdhügel des Grabes, ein Tor, ein Fluß (Hom.Od.11). Dieser Bereich ist personifiziert als der Gott H., der zwar mächtig ist, aber durch Gaben und Bitten nicht gnädig gestimmt werden kann (Hom.Il. 9, 128; die Fluchtäfelchen). So ist der H. nicht gottlos (wie die Unterwelt im AT), aber kultlos. Bes. in der etruskischen Ikonographie erhält er ekel- und angsterregende Züge. Er nimmt sich »das Mädchen« Kore/Persephone gewaltsam zur Frau, muß sie aber im Frühjahr wieder ihrer Mutter Demeter auf dem Olymp freigeben (Demeter-Hymnos). Darin äußert sich eine Änderung der griech. Jenseitsvorstellung seit dem 6.Jh. v.Chr. Neben die Grabesexistenz tritt jetzt die Chance, ein erfreuliches Leben nach dem Tod zu erlangen. Körpergestalt (»Schatten«) und Seele sind getrennt. Während im Mutterland eher die Mysterien der Kore den sinnlosen Tod überwinden, gewinnen sonst in der griech. Welt die dionysisch-orphischen Totenpässe Bedeutung. Platos Seelentheorie mit H.' Totengericht (Gorg. 523e) stellen eine völlige Neukonzeption dar.
ISSN:2405-8262
Enthält:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_09190