Labyrinthe: Erscheinungsformen und Deutungen ; 5000 Jahre Gegenwart eines Urbilds

Klappentext: Seit Jahrtausenden ist die Menschheit fasziniert von der Vorstellung eines Bauwerks, in dessen kompliziert und verwirrend angelegtem Gangsystem man sich rettungslos verirren kann. Kunst und Dichtung, Kult und Tanz sind nicht müde geworden, diese sowohl bedrückende wie beeindruckende Vor...

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Bibliographic Details
Main Author: Kern, Hermann 1941-1985
Format: Print Book
Language:German
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Published: München Prestel 1983
Edition:2., durchges. und erw. Aufl.
Standardized Subjects / Keyword chains:B Labyrinth / Culture / History
B Labyrinth / History
B Labyrinth / Art
Online Access: Inhaltsverzeichnis (Verlag)
Description
Summary:Klappentext: Seit Jahrtausenden ist die Menschheit fasziniert von der Vorstellung eines Bauwerks, in dessen kompliziert und verwirrend angelegtem Gangsystem man sich rettungslos verirren kann. Kunst und Dichtung, Kult und Tanz sind nicht müde geworden, diese sowohl bedrückende wie beeindruckende Vorstellung immer wieder neu zu gestalten, zu verarbeiten und in weitere Sinnzusammenhänge zu stellen. Schon unser Sprachgebrauch, der mit dem Begriff „Labyrinth“ nicht nur die eigentliche strenge Bewegungsfigur meint, sondern ihn auch metaphorisch benützt oder einfach als Bezeichnung für einen Irrgarten verwendet, beweist die Vielschichtigkeit dieser Vorstellung. In mehr als sechsjähriger intensiver Forschung ist der Autor den verschiedenen Entfaltungen, Wanderungen, Mutationen und Verästelungen dieser magischen Figur nachgegangen, von bronzezeitlichen Felsritzungen über knossische Münzen, römischen Mosaiken, mittelalterliche Handschriften und Kathedral-Labyrinthe, manieristische Selbstdarstellungen und Labyrinth-Jogging bis zur künstlerischen Aussage der Gegenwart; und dies nicht nur in unserem Kulturbereich, sondern auch in überseeischen Kulturkreisen, denn das Labyrinth findet sich nicht allein im kretischen Tanz oder in skandinavischen Troja-Burgen, sondern ebenso in der Magie Indiens und Sumatras sowie bei den Hopi-Indianern im Südwesten der USA. Eines der erstaunlichsten Ergebnisse seiner Untersuchungen ist die Erkenntnis, dass das mythische Labyrinth von Kreta als konkretes Gebäude überhaupt nicht existiert hat und auch nicht mit dem Palast von Knossos identifiziert werden darf. Ebenso verblüffend ist der Beweis, dass das echte Labyrinth nicht in die Irre führt, sondern im Gegenteil als ganzheitsstiftendes Sinnbild der Selbstfindung dient. Darüber hinaus besitzt es Bedeutung für die geistig-seelische Wiedergeburt des Menschen und entfaltet daher auch seine besondere Wirkung bei Initiationsriten und in der Geburtsmagie. Mit seiner neuartigen interdisziplinären Zusammenschau und kritischen Untersuchung der verschiedenen Aspekte, Erscheinungsformen und Bedeutungs-Schichten ist hier das Standardwerk entstanden, das nicht nur die bisherigen Erkenntnisse zusammenfasst und kritisch sichtet, sondern in dem auch auf der Basis eine unerhörten Materialfülle neue Einsichten erschlossen und die Weichen für die künftig Forschung gestellt werden. Die aus aller Welt zusammengetragenen und analysierten, vielfach bisher unpublizierten Zeugnisse machten es zu einem „Corpus der Labyrinthe“, das auf Jahre hinaus seine grundlegende Bedeutung behalten wird. Insgesamt stellt sich dieses verständlich geschriebenen Buch als eine Kultur- und Geistergeschichten der letzten 5000 Jahre dar, die nicht nur den Fachmann, sondern auch den aufgeschlossenen Laien in seinen Bann zu ziehen vermag.
ISBN:3791306146