Bildungsphilosophie und politische Theorie: Neuere Literatur zur Politizität der Bildung

Die jüngsten Reformen der europäischen Bildungssysteme setzen verstärkt auf die politische Steuerung pädagogischer Prozesse. Zugleich entpolitisieren sie den Diskurs über Bildung, indem sie ihn auf eine Form von »empirischer«Forschung festgelegen, die sich ihre Ziele von außen vorgeben lässt. Teile...

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Bibliographic Details
Published in:Philosophische Rundschau
Main Author: Gelhard, Andreas 1969-
Format: Electronic Article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
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Published: Mohr Siebeck [2018]
[publisher not identified]
In: Philosophische Rundschau
Year: 2018, Volume: 65, Issue: 2, Pages: 85-115
Further subjects:B Literature report 2011-2016
Online Access: Volltext (Verlag)
doi
Description
Summary:Die jüngsten Reformen der europäischen Bildungssysteme setzen verstärkt auf die politische Steuerung pädagogischer Prozesse. Zugleich entpolitisieren sie den Diskurs über Bildung, indem sie ihn auf eine Form von »empirischer«Forschung festgelegen, die sich ihre Ziele von außen vorgeben lässt. Teile der Bildungsphilosophie reagieren darauf mit einer bewussten Repolitisierung des Diskurses. Dabei greifen sie zunehmend auf postfundamentalistische Theorien zurück, wie sie von Jacques Rancière, Ernesto Laclau und Chantal Mouffe formuliert worden sind. Diese Theorien sperren sich gegen einen einfachen Einbau in die üblichen Muster pädagogischer Theoriebildung. In den besprochenen Bänden schlägt sich das in sehr grundsätzlichen Versuchen nieder, das Verhältnis zwischen Politik und Pädagogik neu zu bestimmen. Dabei dominiert das Problem der Kontingenz sozialer Ordnungen, während die Konflikthaftigkeit politischer Prozesse eher unterbelichtet bleibt.
ISSN:1868-7261
Contains:Enthalten in: Philosophische Rundschau
Persistent identifiers:DOI: 10.1628/phr-2018-0020