Althusius, Johannes

Althusius, Johannes (1597 Diedenshausen – 12.8.1638 Emden), studierte Jura in Köln, Basel und Genf; 1586 erschien in Basel (dort am 1.7. Dr. iur. utr.) sein erstes großes Werk »Iuris Romani Libri II«, worauf er als Rechtslehrer an die ref. nassauische Hochschule Herborn berufen wurde. 1589–1594 war...

Full description

Saved in:  
Bibliographic Details
Main Author: Schneider, B.C. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:Althusius, Johannes (1597 Diedenshausen – 12.8.1638 Emden), studierte Jura in Köln, Basel und Genf; 1586 erschien in Basel (dort am 1.7. Dr. iur. utr.) sein erstes großes Werk »Iuris Romani Libri II«, worauf er als Rechtslehrer an die ref. nassauische Hochschule Herborn berufen wurde. 1589–1594 war A. in der gräflichen Kanzlei Dillenburg tätig, um zurück in Herborn 1603 sein staatstheoretisches Hauptwerk »Politica methodice digesta« zu veröffentlichen, das in den weiteren Auflagen (1610, 1614) als erste dt. polit. Theorie großes Aufsehen erregte. 1604 wurde A. Syndikus in Emden, wo er städtische Rechte auch in Religionssachen gegen landesherrliche Übergriffsversuche verteidigte. 1617 erschien in völliger Neubearbeitung des »Iuris Romani« das letzte Großwerk »Dicaeologia« (Recht und Gerechtigkeit, 21618). Im Kontext des norddt. Calvinismus entwickelt die von den reinen Rechten abgegrenzte Staatslehre A.s (ausgehend vom Gedanken der »consociatio« des Menschen in gestuften Gruppen von der Familie bis zum Staat) ein von unten nach oben organisiertes Modell der Volkssouveränität und nimmt den Gedanken des contrat social (J.J.Rousseau) vorweg. Mit Hilfe vertraglicher Sicherung, ephoraler Kontrolle und Widerstandsrecht kann Landesherrschaft nicht absolut werden. In dieser ausdrücklich weltlichen polit. Theorie sind zwar presbyteriale Strukturen aus dem Calvinismus mitbestimmend, theokratische Elemente fehlen jedoch trotz des idealen Zusammenfallens staatlicher und äußerlich-kirchl. Strukturen fast ganz. Die häufigen Schriftzitate und bibl. Beispiele (bei gleichzeitiger Mißachtung des kanonischen Rechts) dienen als Belege für die rein rational und in der Methodik des P.Ramus erarbeiteten Lehre.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_00524