Brüder/Schwestern Jesu

. Im Mk 6,3 wird Jesus der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon genannt. S. werden erwähnt, bleiben aber namentlich und zahlenmäßig unbestimmt. Die Parallele Mt 13,55 f. kennt die Reihenfolge Jakobus, Joses, Simon und Judas; die S. bleiben namenlos und tauchen im sonstig...

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Main Author: Meier, J.P. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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In: Religion in Geschichte und Gegenwart online

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Description
Summary:. Im Mk 6,3 wird Jesus der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon genannt. S. werden erwähnt, bleiben aber namentlich und zahlenmäßig unbestimmt. Die Parallele Mt 13,55 f. kennt die Reihenfolge Jakobus, Joses, Simon und Judas; die S. bleiben namenlos und tauchen im sonstigen NT auch nicht mehr auf. Lk 8,19–21 erwähnt nur Jesu Mutter und B. (ohne Namen). Nirgends deutet Lk an, daß der Jakobus, der plötzlich als ein Führer der Jerusalemer Gemeinde auftritt, ein Bruder Jesu sei (Apg 12,17; 15,13; 21,18); Paulus hingegen identifiziert Jakobus als den »Bruder des Herrn« (Gal 1,19; vgl. 1 Kor 9,5). Jesu B. werden in Joh 2,12; 7,3.5.10 erwähnt, aber nicht namentlich genannt. Mk 3,21–35 und Joh 7,5 weisen darauf hin, daß die B. vor Ostern nicht an Jesus geglaubt haben (vgl. aber Apg 1,14). Jak und Jud nehmen nicht ausdrücklich für sich in Anspruch, von den B. Jesu geschrieben worden zu sein, doch ist der Anspruch wahrscheinlich impliziert. Seit der Zeit der Kirchenväter haben sich drei Hauptpositionen zu dem Verwandtschaftsverhältnis zw. Jesus und seinen B./S. herausgebildet. Die Lösung, der Epiphanius von Salamis im Osten zum Durchbruch verhalf, besagt, daß die B. Kinder Josephs aus früherer Ehe gewesen seien; sie entbehrt jeder Textgrundlage. Die Lösung, die sich im 4.Jh. unter Hieronymus durchsetzte, hält die B. für Vettern Jesu; dies ist die am wenigsten wahrscheinliche These. Die Lösung, die Helvidius vertrat und deutlich von Tertullian im 3.Jh. bevorzugt wurde, behauptet, daß die B. leibliche Geschwister Jesu seien, und paßt am besten zum ntl. Text.1100 2015
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_02435