Deutscher Evangelischer Kirchenbund

. Das Ende des landesherrlichen Kirchenregiments und die Gründung der Weimarer Republik provozierten 1919 Reformdebatten über innerkirchl. Demokratisierung und eine ev. Reichskirche. Polit. wie kirchl. konservative Kräfte verhinderten um landeskirchl. Autonomie willen Urwahlen zu einer Reichssynode....

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Main Author: Graf, F.W. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:. Das Ende des landesherrlichen Kirchenregiments und die Gründung der Weimarer Republik provozierten 1919 Reformdebatten über innerkirchl. Demokratisierung und eine ev. Reichskirche. Polit. wie kirchl. konservative Kräfte verhinderten um landeskirchl. Autonomie willen Urwahlen zu einer Reichssynode. So wurde die Arbeit des Dt. Ev. Kirchenausschusses nur durch einen neuen föderativen Zusammenschluß der Landeskirchen fortgeführt. Nach Beratungen seit Januar 1919 konnte beim Stuttgarter Kirchentag September 1921 die Verfassung des DEKB einmütig angenommen und in Wittenberg Himmelfahrt 1922 die Gründung vollzogen werden. 1924 erkannte das Reichsministerium des Innern das Vertretungsorgan der 28 prot. Landeskirchen im Dt. Reich als Körperschaft des öfftl. Rechts an. Die Mitgliedskirchen blieben in Bekenntnis und Verfassung selbständig. Der DEKB pflegte Beziehungen zu ausländischen Kirchen, anderen Religionsgesellschaften und ev. Deutschen im Ausland. Als Leitungsgremien dienten der nur alle drei Jahre zusammentretende Kirchentag mit 210 Mitgliedern, von denen die Landessynoden 150 wählten, der aus den Kirchenregierungen gebildete Kirchenbundesrat als Folgeorgan der Kirchenkonferenz und geschäftsführend der 36-köpfige Dt. ev. Kirchenausschuß, dem die höchsten Verwaltungsbeamten der Altpreußischen Union, R.Moeller und H.Kapler, vorstanden. Behörde war das Kirchenbundesamt. In Kundgebungen zur Wohnungsnot, Sozialarbeit, Ermordung Walther Rathenaus, Rheinlandbesetzung und Kriegsschuldfrage nahm der personell wie ideologisch der Deutschnationalen Volkspartei verbundene DEKB ein häufig antirepublikanisches polit. Mandat wahr. Am 11.7.1933 ging er in die Dt. ev. Kirche über.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_03583