Gilgamesch

war der legendäre König der sum. Stadt Uruk (Mesopotamien), wohl ca.2700 v.Chr., von dem gesagt wird, er habe ihre monumentalen Stadtmauern gebaut und 126 Jahre regiert, nach der Überlieferung Sohn der Göttin Ninsun und des Königs Lugalbanda. Fünf sum. Dichtungen über G. aus dem späten 3.Jt. v.Chr....

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Main Author: Foster, B.R. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:war der legendäre König der sum. Stadt Uruk (Mesopotamien), wohl ca.2700 v.Chr., von dem gesagt wird, er habe ihre monumentalen Stadtmauern gebaut und 126 Jahre regiert, nach der Überlieferung Sohn der Göttin Ninsun und des Königs Lugalbanda. Fünf sum. Dichtungen über G. aus dem späten 3.Jt. v.Chr. erzählen: 1. von seiner Expedition gegen ein Ungeheuer, Huwawa; 2. von seinem Kampf mit dem Himmelsstier; 3. von seinem Krieg gegen Agga, dem König der Stadt Kisch; 4. vom Abstieg seines Freundes Enkidu in die Unterwelt; 5. von seinem Tod und Begräbnis. Am Anfang des 2.Jt. v.Chr. stellte eine bab. frgm. erhaltene und ständig neu, auch verändert überlieferte Verserzählung (heute unter dem Namen »G.-Epos« bekannt) G. als einen autoritären König dar, den die Götter bändigten, indem sie einen wilden Mann, Enkidu, schufen, um sich mit ihm zu messen. Nach ihrem Kampf wurden die beiden Freunde und brachen gemeinsam zu einer Expedition auf, um das Ungeheuer Huwawa zu töten und die Zedern in dem weit entfernten Wald zu schlagen, die es bewachte. Sie führen ihr Vorhaben aus, kehren zurück und töten den Himmelsstier, den die Göttin Ischtar herabschickt, um sie zu vernichten. Die Götter verurteilen Enkidu zum Tode; dieser hat eine Vision der Unterwelt. G., der nun von Todesangst gepackt wird, sucht das ewige Leben, indem er den Helden der Flut, Utanapischtim (Sintflut), aufsucht, um ihn zu fragen, wie er dem Tode entkam. In der späteren, auf zwölf Tafeln erhaltenen Fassung trifft G. Utanapischtim nach einer Reise durch die Wildnis, durch den Tunnel, durch welchen die Sonne nachts nach Osten zurückkehrt, über den Ozean und die »Wasser des Todes«. Utanapischtim berichtet von der Sintflut (ein relativ junger Einschub in der Überlieferung). Während er ewiges Leben erlangt hat, muß G. unverrichteter Dinge nach Uruk zurückkehren. Er muß sterben, ihm bleibt nur der Nachruhm (dies der Überlieferungsstand Ende 2.Jt.). Die zwölfte Tafel wurde wohl während des 1.Jt. hinzugefügt; sie enthält eine Teilübers. des Unterweltabstiegs Enkidus. In dieser Fassung des Epos ist G. ein Weiser, der der Menschheit Erkenntnis von der Menschheitsgesch. vor der Flut und davon, was nach dem Tode mit einer Person geschieht, mitteilt. Im Altertum besaß das Epos große Popularität und wurde in den bab. Schulen studiert. Es wurde ins Heth. und Hurritische (Kleinasien) übers., Textfrgm. aus Kleinasien, Syrien und Palästina sind bekannt. Im 1.Jt. wurde G. als ein Gott der Unterwelt verehrt. Seine Erwähnung in EnGiants und bei dem röm. Autor Aelian im 3.Jh. belegen, daß die Erinnerung an G. die mesopotamische Zivilisation überdauerte. In der Neuzeit ist das Epos zum bekanntesten lit. Werk aus dem AO neben der Bibel geworden.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_08665