Gregor IX., Papst
Gregor IX., Papst 19.3.1227 – 21./22.8.1241 (Hugo [Ugolino] Graf von Segni; geb. kurz vor 1170 Anagni). Nach theol. und juristischen Studien (Paris; Bologna?) unter Innozenz III. 1198 Kardinaldiakon, 1206 Kardinalbf. von Ostia (Dekan des Kardinalskollegiums). Wiederholt päpstl. Legat in Deutschland...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
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| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | Gregor IX., Papst 19.3.1227 – 21./22.8.1241 (Hugo [Ugolino] Graf von Segni; geb. kurz vor 1170 Anagni). Nach theol. und juristischen Studien (Paris; Bologna?) unter Innozenz III. 1198 Kardinaldiakon, 1206 Kardinalbf. von Ostia (Dekan des Kardinalskollegiums). Wiederholt päpstl. Legat in Deutschland (1207 Thronstreit) und Mittel- und Oberitalien (1217–1219 Vorbereitung des vom IV. Laterankonzil beschlossenen Kreuzzugs). 1220 salbte G.Friedrich II., geriet aber später mit ihm in Konflikte, die seinen ganzen Pontifikat überschatteten und zweimal zur Exkommunikation des Kaisers führten (1227: wegen Verzögerung des Kreuzzugs, 1239: wegen Anstiftung der Römer zur Auflehnung gegen den Papst, Behinderung der Ketzerverfolgung, Bedrückung der Kirche auf Sizilien u.a.). Der Friede von S.Germano/Ceprano 1230 brachte nur vorübergehend Ausgleich; Friedrichs Streit mit den lombardischen Städten wurde zur Quelle erneuter Auseinandersetzungen mit G. Seit 1239 bekämpfte G. den Kaiser mit einer Propaganda von apokalyptischem Zuschnitt. Ein von ihm für Ostern 1241 einberufenes Konzil wurde durch Friedrich verhindert. G. förderte schon als Kardinal die neuen Orden. Seit 1217 wirkte er auf Franziskus von Assisi und die Franziskaner ein, seit 1220/21 als erster Kardinalprotektor des Ordens. Sein Anteil an der Regula bullata (1223) wie am Testament des Franziskus (1226), das G. selbst 1230 außer Kraft setzte, bedarf noch der Klärung. 1228 sprach er Franziskus heilig und veranlaßte den Bau seiner Grabeskirche in Assisi. Auch dem Klarissenorden und den Terziaren/Terziarinnen der Franziskaner gab er Ordnungen. In der Auseinandersetzung mit rel. Dissidenten (Häresie) regelte G. die päpstl. Inquisition 1231 durch die Bulle »Excommunicamus« (Inquisitoren aus dem Orden der Dominikaner). Der kanonistisch gebildete Papst beauftragte auch seinen Kapellan Raimund von Peñafort, die fünf »Compilationes antiquae« (Sammlungen päpstl. Dekretalen) unter Hinzufügung neuer Dekretalen G.s, Weglassung von Überflüssigem und Beseitigung von Widersprüchen in einer »Compilatio nova« zusammenzufassen, die er 1234 in Geltung setzte und die seither als »Liber Extra« (oder »Extravagantium«, d.h. »decretalium extra Decretum vagantium«) einen Teil des Corpus Iuris Canonici bildet. |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_09008 |



