Literatur und die Entzauberung der Welt. Arbeit an der Figur
Von Max Weber stammt die Formulierung von der "Entzauberung der Welt", die bis heute unser Selbstverständnis prägt: die Art, wie wir uns, unser Verhältnis zu unserer Vergangenheit und auch zu anderen vorstellen. Wir leben in der Moderne, und das heißt für uns: in einer Welt, die keinen Zau...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2019
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| In: |
Literatur / Religion
Year: 2019, Pages: 275-293 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) |
| Parallel Edition: | Non-electronic
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| Summary: | Von Max Weber stammt die Formulierung von der "Entzauberung der Welt", die bis heute unser Selbstverständnis prägt: die Art, wie wir uns, unser Verhältnis zu unserer Vergangenheit und auch zu anderen vorstellen. Wir leben in der Moderne, und das heißt für uns: in einer Welt, die keinen Zauber mehr kennt. ‚Welt‘ ist für uns geradezu der Inbegriff einer eindimensionalen Wirklichkeit, andere Welten können wir uns kaum noch vorstellen, jedenfalls haben wir keine Begriffe mehr von ihnen, sondern können allenfalls in Metaphern und Geschichten von ihnen sprechen. Nun ist ‚Entzauberung‘ genau so eine Metapher, die nicht nur in sich mehrdeutig ist - ist das ein aktiver oder passiver Prozess, ist er zu bewerten oder zu beklagen? -, sondern auch Teil einer spezifischen literarischen Gattungstradition: der Elegie. Denn wenn bei Weber die Beschreibung der entzauberten Welt schnell in eine Allegorie des Götterkampfes übergeht - in der modernen, pluralistischen Welt erheben sich die alten Götter wieder und beginnen ihren ewigen Kampf -, so verweist das auch auf die Tradition der Elegie: der geschichtsphilosophischen Elegie bei Schiller und ihren Variationen und Umschriften bei Hölderlin und Heine. Der Durchgang durch diese Rezeptionsgeschichte zeigt nicht nur, dass die Rede von der "entzauberten Welt" selbst einen hochgradig literarischen Charakter hat, sondern dass auch der Literatur selbst - hier eben: der Elegie, die Verlorenes beklagt - ein zentraler Platz in dieser Geschichte angewiesen wird. Ein Platz, der freilich selber nicht stabil ist, sondern nur in der Arbeit an der Figur, der konstanten Neu- und Umbesetzung umkreist werden kann. |
|---|---|
| ISBN: | 9783476046949 |
| Contains: | Enthalten in: Literatur / Religion
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1007/978-3-476-04694-9_14 |



